Bearbeitet: 07.06.2016.


SYSTEME - PARALLELWELTEN.

Unser Sonnensystem hat 9 Planeten und viele Monde, ihre Namen in der Reihenfolge der zunehmenden Entfernung zur Sonne sind: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun, Pluto. Wir wissen, nur die Erde trägt intelligentes Leben. Aliens, anderes intelligentes Leben, sind Vermutungen, Schätzungen.

Unsere GALAXIS - Milchstraße - hat über 100 Milliarden Sterne und Gasnebel. Forschungen bestätigen dies. Praktisch kennt man auch einige Beispiele mit 99prozentiger Sicherheit, an deren Sonnen Planeten gelagert sind. Die SCIENCE FICTION verwenden Autoren um ihre Auffassungen zu demonstrieren. So auch das Thema PARALLELWELTEN, Möglichkeiten, assoziierte und approximierte Planeten nach Ebenbild der Erde, in denen der Lebensablauf genauso vonstatten geht, abzubilden. Andererseits auch Erde-Welten die parallel zur normalen Erde leichte Abweichungen haben in gewissen Details. Rafinierteste Abenteuer. Angenommen, gesehen, geträumt. Und irgendwie auch wahr? Zumindest könnten sie wahr sein? Die Physik spricht nicht dagegen.

Manche Physiker sagen: Mit jedem Ereignis verdoppelt sich die Anzahl der Erde-Welten. Dann sind das Summen GOOGOL. MURRAY LEINSTER schuf angeblich die erste Parallelwelt der SF-Geschichte.

Autor HERBERT George WELLS, DIE ZEITMASCHINE, diese Welten sind ausführlich schon beschrieben worden.

Autor CLIFFORD D. SIMAK, Roman DESTINY DOLLS, 1972, WELT DER PUPPEN, dt. 1974. Eine Parallelwelt des SELTSAMEN. Aus vielen kleinen Episoden ganz unterschiedlicher Phantastik schreibt SIMAK diesen SF-Roman. Die Geschichte ist äußerst mysteriös, gefüttert mit Dutzenden von Seltsamkeiten, auch dem Angriff der "Bäume des Wissens", und der Brutalität der Zentauren. Die Expeditionsteilnehmer haben das Glück, dass sich die Dinge sehr zu ihren Vorteil zusammenfügen.

Klappentext::: Mike Ross, ein erfahrener Raumpilot, übernimmt die Führung der Expedition, im Auftrag der reichen, exzentrischen Sara Forster. Suche des legendären Lawrence Knight und dessen telepathischen Roboter Roscoe. Chef ist der blinde, schwachsinnige George Smith, der die "Stimme" hört, die den Weg durch die Galaxis weist. In Planetennähe werden sie angepeilt und eingewiesen auf einem riesigen Landefeld, auf dem Hunderte von weißen Raumschiffen stehen und an dessen Rand sich die hohen Türme einer Stadt erheben, überragt von kilometerhohen "Bäumen des Wissens". Plötzlich - als die Expeditionsteilnehmer das Schiff verlassen haben, sitzen sie in der Falle, können nicht mehr an Bord zurück und müssen in der Stadt Schutz suchen, und damit beginnt ihr Alptraum. Auf "Hoppern", Pferdeähnlichen Robotern, gelangen sie weit ins Land, in eine Wüste, durch einen unbewussten ersten Sprung in eine PARALELLWELT.

Sie treffen auf den ebenfalls verschollenen Tintenfischähnlichen Tuhub. Nun meistern sie die Gefahren zu Fünft. Ein 30m hohes Rad, Art Roboter. Sie begegnen dem Gnom, der Roscoes Körper (ohne Kopf) besitzt. 2 Expeditionsteilnehmer (Smith, Tuck) verschwinden. Mike, Sara, Tuhub und Pinto im tödlichen Zweikampf mit einem Zentauren. Nach vielen Irrwegen, Abenteuern, weiteren Parallelwelten, treffen sie Lawrence im "Gelobten Land", in einem scheinbar luxuriösem Haus, doch man hat ihnen allen die Wahrheit genommen, in Wirklichkeit ist das Haus nur eine armselige Hütte und Lawrence ist ein altersschwacher Greis. Tuhub erkennt Hinterhältigkeiten. Eine Puppe, von den ältesten Bewohnern des Planeten stammend, hat sie geführthwindet. Sie gelangen wieder zum Landefeld der Raumschiffe. Sie sprengen den weißen Überzug ihres Raumschiffs.

Autoren WOLFGANG JESCHKE, MICHAEL MARRAK WOLFGANG JESCHKE, DER LETZTE TAG DER SCHÖPFUNG, 1989 Verlag DAS NEUE BERLIN (DDR). Parallelweltgeschichte, aber auch Zeitreise-Geschichte betrachten. NASA und NAVY haben den Plan entworfen, Spezialisten per Zeitmaschine fünf Millionen Jahre in die Vergangenheit zurückzuschicken. Sie sollen den Arabern das Oel wegpumpen, bevor diese in der Lage sind, Dollars dafür zu fordern.

WOLFGANG JESCHKE bindet die handfeste Abenteuergeschichte an globale Probleme. Er koppelt Fantastisches mit einer durch Fakten belegten Realität, und beides fügt sich nahtlos aneinander.
Die Laudatio für den KURD LASSWITZ Preis 2000 zu Händen des MICHAEL MARRAK (*1965) für das Buch "Lord Gamma" sagt aus: »Einsame Wüstenstraßen in einer menschenleer wirkenden Welt sind schon eintönig genug, aber was würden Sie machen, wenn sich alles nach 180 km immer wiederholt? Und wenn Sie gar nicht wissen, wie sie in den altersschwachen Pontiac geraten sind, der die leicht abschüssige Straße hinabrollt?
So ergeht es Stan, der nach vielen Versuchen in den endlosen Wiederholungen herausfindet, daß in den Bunkern abseits der Straße weitere Menschen leben und sich die Abschnitte seiner endlos scheinenden Reise nur durch die Gesellschaftsform im Bunker unterscheiden. Doch langsam kristallisiert sich für

Autor Michael MARRAK, LORD GAMMA, 2000, KURZER PLOT::: Stan entwirft einen Fluchtplan, er stützt sich maßgeblich auf das Wissen der Frau Prill und der Hilfe des Moderators vom Rundfunksender RADIO GAMMA. Der nur stetig abwärts führende Weg auf dem Planeten für den Protagonist ergibt zuletzt die Lösung WARUM????

Michael MARRAK gelingt mit seinem Roman LORD GAMMA das Kunststück, den Leser in eine absurd erscheinende, möbiusbandartige Welt zu werfen und Spannung erzeugt aus dieser Welt. Der Protagonist zeigt dem Leser diese Welt, und sie zu entschlüsseln im Verlauf des Geschehens, stets geführt von der bildreichen, aber treffsicheren Sprache des Autors.

Autor Michael MARRAK bringt tolle Stilistik, einen originellen Weltentwurf, überraschenden Wendungen der Handlung. Protagonisten und Gegenspieler fetzen sich, doch die Wahrheit ist weit. Die häufigsten SF-Romane bringen die Wahrheit und Lösung in den Schlussseiten. Autor GEORGE ZEBROWSKI, ERIK SIMON,

Autor GEORGE ZEBROWSKI - Buch STRANGER SUNS, 1991, dt. FREMDERE SONNEN, 1994. Die Parallelweltgeschichte. Ein riesiges Artefakt wird unter dem Eis der Antarktis gefunden. Als Wissenschaftler der UN es erforschen, lösen sie einen Effekt aus, der sie durch Raum und Zeit in ein völlig anderes Universum schleudert. Als es ihnen gelingt, den Mechanismus zu enträtseln und ins Hier und Jetzt zurückzukehren, müssen sie feststellen, dass es nicht exakt die Welt ist, die sie verlassen haben.

Dieses Universum, so stellt sich heraus, ist ein unendlich dickes Sandwich, in dem alternative Realitäten dicht an dicht zusammengepackt sind, wie manche Quantenphysiker vermuten. Es gibt keine Abkürzung durch das Raum/Zeit-Kontinuum, die nicht auch }}seitwärts{{ in alternative Paralleluniversen führte, in der die Geschichte der ERDE einen fast identischen - oder einen radikal anderen Verlauf genommen hat.

Die Protagonisten JUAN OBRION und MALACHI MOEDE, ihr Job ist es das All zu überwachen, auf einer Raumstation, mit Detektoren für Tachyonen, das sind überlichtschnelle Teilchen. Plötzlich gibt es Anzeichen dieser Strahlung - deren Ausgangs-Ort ist der Nordpol, so wird ermittelt. Man rüstet eine Expedition aus, und so fing alles an.

Autor und Herausgeber ERIK SIMON und die Anthologie ALEXANDERS LANGES LEBEN, STALIN FRÜHER TOD, 1999, Storys unterschiedlicher Fasson, ausgewählte Beiträge verschiedener Autoren, alternative Weltverläufe, skurrile Formen.

Ausgehend vom sogenannten WENDEPUNKT der Weltgeschichte, die in erster Linie an großen Gestalten und deren Schicksalen, Kriegen und Erfindungen hängen, kommen faszinierende Versionen dessen zustande, wie aus Geschichtsbüchern. Hätte KENEDY 1961 in der Kuba-Krise die Nerven verloren. Oder Chruschtschow???? Was wäre gewesen, hätte Saddam Hussein tatsächlich über einsatzfähige Nuklearwaffen verfügt???? Oder LUTHER wäre an einer Kinderkrankheit gestorben. Oder wenn Mohammed nicht nach Medina geflohen wäre, die Welt sähe gewiß vollkommen anders aus????

Parallelweltgeschichten wie diese hier sind Geschichten, die vielleicht wirklich nur von historisch gut gebildeten Menschen hinreichend gewürdigt werden können. Gut. Aber auf der anderen Seite sind solche Geschichten auch der schlagende Beweis dafür, daß sich Geschichte, also das Interesse für die Vergangenheit, und Science Fiction, demzufolge für die Zukunft, gut vereinbaren lassen. Wer Geschichte mag oder das, was daraus hätte entstehen können, der sollte sich mit wachem Verstand und leuchtenden Augen auf diese alternativen Welten einlassen, im Sinn sie lesen. Sie sind selbst für Nicht-Phantasieleser äußerst anregend. Gekürzt nach EPILOG + Carpe libitum. Gleichfalls in ALTERNATIVWELTEN betont dieses Buch seine Kompetenz.

Autor JOHN BRUNNER, DIE GEZEITEN DER ZEIT, dt. 1987. Ein merkwürdiger, hochinteressanter Roman. Meisterwerk. Original: THE TIDES OF TIME, 1984. Fast gänzlich ohne SF-Staffage. Ein Parallelweltroman. Ähnlichkeiten zu ULYSSES von JAMES JOYCE. Handlung ist ereignisarm. Kaleidoskopartige Erzählweise.

HANDLUNG KURZ: GENE und STACY waren Freiwillige eines Experiments (so erfährt man am Schluss des Romans) und Brunner beginnt die Geschichte mit der Landung auf ORAGALIA, pseudoartig in Griechenland. Sie kommen mit BOOT, einer höchst technisierten "Enklave" ihrer Wünsche, dort an. Sie gehen für immer an Land, entronnen den Verfolgern des Experiments. Sie können BOOT nicht mehr nutzen, denn sie haben keinen Strom. Hier in ORAGALIA ist ihr Ort vom Anfang bis Ende des Romans. Aus dem Zweck ihrer Reise resultiert das Durchleben der Epochen verschiedener Zeiten, rückwärts ins Erdaltertum. Griechen, Venezianer und auch Römer. Sie entwickeln Beziehungen. Die Welten verschwinden nicht nur vor ihnen, sondern auch aus ihrem Gedächtnis. Bis zu dem Augenblick, an dem die Beobachter von außen auf sie zugreifen.

Das Experiment sollte herausfinden, was außerhalb des Universums ist, zum Zwecke der Kolonisierung von Planeten. Und GENE sagt am Schluss der Handlung: Bei Reisen aus dem Universum heraus, existiert keine herkömmliche Trennung was wirklich war und was nicht wirklich war. Der Nervenzustand von STACY und GENE war wie unter Drogen gewesen.

Autor ROBERT J. SAWYER, DIE NEANDERTAL-PARALLAXE. KURZER PLOT::: Die Neandertaler Adikor und Ponter beim Versuch mit einem Quantencomputer zig Parallelwelten zu koppeln, geraten selbst in einen Unfall. Ponter in die Welt der Homo sapiens von seiner Welt der Homo neandertalis. Ein Vorgang, der vorher nicht für möglich gehalten wurde. Ponter landet genau im Neutrino-Observatorium von Sudbury in Kanada. In dieser 12m-Durchmesser-Kugel mit schwerem Wasser nicht zu ertrinken. Sie retten ihn, stellen seine Abartigkeit mit überhohen Augenwülsten, sehr starkem Körperbau, und anderen Merkmalen fest. Ponter hat einen einen Chip, der für ihn denkt und spricht. Dieser lernt die Sprache der Menschen oder besser der Gliksins, wie Ponter die Menschen bezeichnet. Im Laufe der Tage wird sein Herkommen geklärt. Die Genetikerin Prof. Vaugham stellt zweifelsfrei fest, Ponter ist ein Neandertaler.

Dieser Umstand bringt vielerlei Pressestimmen, Ponter wird zur sensationellen Neuheit. Ponters Gefährte Adikor wird in der Parallelwelt vor Gericht gestellt, man vermutet einen Mord, weil Ponter nicht mehr auffindbar ist. Die zugrunde liegende Idee des Buches ist äußerst exzellent und belebt wieder auf eine raffinierte Art die Problematik der Parallelweltromane. Interessant sind Zeitmessung, Lebensverhältnisse, physikalische Daten. Auch Ethik und Moral werden diskutiert. Die Alibi-Archive sind eine vortreffliche Methode um Verbrechen aufklären zu können. SAWYER ist Inhaber eines NEBULA und eines HUGO.