Bearbeitet: 10.09.2016.


MÄCHTIGE - MACHT - ÜBERVÖLKERUNG - ZIVILISATIONSPROZESSE.

ERLÄUTERUNGEN. MACHT - Können, Durchsetzungs-Vermögen, Strategien, Erringung Ziele gegen Widerstand durchzusetzen. Nicht nur Inhalt der Gegenwartsliteratur, auch Inhalt der Science Fiction. Macht ist die Vokabel, deren Inhalt wohl alle Menschen durchs Leben begleitet. Als Ziel Erreichen, oder nur Konfrontation?

Autor HERBERT W. FRANKE, er ist die Koryphäe der deutschen SCIENCE FICTION. Er hat Schaffensjahre in 2 Etappen. Ziemlich letzter Roman SPHINX-2, im Jahr 2004. Verlag DTV. Eine Endzeit-Geschichte, der Beginn des irdischen Sterbens. Protagonist Gareth Lavalle wohnt in Nevada und durchlebt gefährliche Situationen. Die Erde ist verseucht und weitgehend unbewohnbar. Ob Raumfahrt existiert bleibt unerkannt, wenn nicht dann ist der Tod noch näher. Die Relikte menschlicher Wohnbezirke unter den Kuppeln sind geprägt in einer scheinbaren Einigkeit mit den Regierungen.

Gareth ist der Klon des Professor Troy, welcher an der ersten KI arbeitet, jedoch seine Lungen sind kaputt, die soll Gareth ihm zur Verfügung stellen. Eine tödliche Sache für ihn, die er vorerst nicht wahrnimmt. Eine Liga für Gerechtigkeit zieht Gareth auf ihre Seite, als Spion zum auskundschaften der KI - der Sphinx-2. Gareth erkennt die Zusammenhänge und will nun wissen was Troy für ein Mensch ist, dem er sich opfern soll.

Autor FRANKE hat seinen Text in Seiten des Erzählens zweier Ebenen geordnet, in Erinnerungen von Gareth (1.Teil) und denen von Professor Troy Dryer (2.Teil), seinem leiblichen Vater. Die Struktur des Romans zeigt einen Stil, der anders ist als die FRANKE'schen Bücher vor 1990. FRANKE schreibt hierin fesselnder, spannender, und keinesfalls mehr so trocken. FRANKE lässt Gefühle spielen. Er hatte 2004 seine Schaffensflaute von 1991 bis 2003 bezüglich dem schreiben von SF-Büchern überwunden.

Warum Autoren alt geworden Endzeit-Romane schreiben ist wie ein Orakel. Warum schreiben alte Autoren solche Romane, warum nicht eine Zukunft in besseren Farben als 2016?

Autor CORDWAINER SMITH, war einer der besten Stilisten der SCIENCE FICTION. Einfache, poetische Sprache, romantische, bizarre Tragödien, sie mutet an wie aus einer anderen Welt. Sein Werk steht unter dem religiösen Aspekt, dass der Kosmos eine Stätte des Leidens ist und seine Kreaturen nur durch Liebe ihr tragisches Schicksal mildern können.

Das erinnert mich an Aussagen heutzutage. Kosmos des Leidens = Kosmos einer Stadt = Kosmos einer Menschengruppe - Kosmos ein Mensch in einer Filmrolle wie JESU CHRISTIE. Die Phantasie wird zur Wirklichkeit gemacht. Religiöse Basis - wer macht die böse Wirklichkeit. INSTRUMENTALITÄT. Die Triebkräfte zur Machtausübung aller Figuren entspringen verschiedenen Beweggründen.

CASHER O'NEILL kommt auf den Planeten PONTOPPIDAN. Er bittet beim Administrator um Waffenhilfe um Colonel WEDDER auf MIZZER, seinem Heimatplaneten, zu stürzen. CASHER soll für diese Leistung S'RUTH, die Verwalterin des Besitzes von Sir und Meister MADIGAN, umbringen. CASHER ist bereit. Doch am Ort, beim öffnen der Pforte, beim Anblick des lieblichen Mädchens S'RUTH, glaubt er plötzlich sie schon immer zu lieben. Vergessen der Auftrag. Fortan lebt er bei ihr und wird durch sie in fantastische Überlebenstechniken eingeführt. Nach einigen Wochen Aufenthalt schickt sie ihn fort, ausgerüstet mit Wissen, das nur S'RUTH hat und er benutzt dies um WEDDER zu paralysieren ...

Autor D. F. JONES, STURZ DES COLOSSUS, ursprünglich für die Verteidigung des Westens, hier die Ländergruppe USNA, gegen den Osten gebaut, hatte COLOSSUS in dem sowjetischen Computersystem KUSTOS einen ebenbürtigen Gegner. Damit wurden Kriege verhindert. Schon die 1.Generation verfügte über alle Macht und steuerte alle Prozesse auf der Erde. COLOSSUS regierte loyal, aber auch mit gewalttätigen Tendenzen.

COLOSSUS hielt die Bevölkerungszahl auf etwa 4 Mrd. Menschen. Stark-kranke und geistig Behinderte wurden eliminiert. D.h. er unterjochte die Menschheit. CLEO, die Frau von CHARLES FORBES, dem Erfinder des Computersystems, wird verhaftet und ekelhaften demütigenden Handlungen ausgesetzt. Sie hatte gegen COLOSSUS gearbeitet. Zusammen mit BLAKE. Sie wurden von den MARSIANERN dazu angestachelt und überzeugt. Die MASIANER befürchten nämlich die Ausdehnung der Macht von COLOSSUS auf andere Planeten. FORBES erkennt plötzlich die Gefährlichkeit des von ihm erfundenen Computersystems. Und COLOSSUS will sich immer weiter vergrößern.

Direktor FORBIN gliedert sich in die Aktion der Gegner von COLOSSUS, geworben von BLAKE, der ihm die Augen öffnete bezüglich COLOSSUS' Strafe für CLEO. FORBIN verschafft den MARSIANERN einen Schaltplan. Die MARSIANER schicken COLOSSUS daraufhin eine Aufgabe, an der er durchdreht. Er wird schließlich abgeschalten. Und CLEO kommt frei. Soweit die Handlung des Mittelteils einer so kann man sagen Trilogie. Die Macht riesiger Computer auf Menschen, statt menschliche Diktatoren oder Regierungen, zeigen die Romane von D F JONES: COLOSSUS (1966) und THE FALL OF COLOSSUS (1974, dt. DER STURZ DES COLLOSSUS, 1976, COLOSSUS AND THE CRAB (1977). Sie wurden sofort mit dem ersten Roman ein Erfolg. Der erste Roman wurde 1970 von JOSEPH SARGENT verfilmt.

Autor POUL ANDERSON, THE CORRIDORS OF TIME, 1965, dt. KORRIDORE DER ZEIT, 1968. In der Masse seiner Bücher ist ANDERSON durchschnittsartig geblieben. Sein Werk = 50 Romane, 200 Storys. Klappentext: Als Malcolm Lockridge in die Dienste der schönen, geheimnisumwitterten Storm Darroway trat, hätte er sich nie träumen lassen, dass das Schicksal der Menschheit einmal von ihm abhängen würde. Er hatte keine Ahnung, dass er die Figur in einem Spiel sein sollte, in dem es einer Macht darum ging, in der Vergangenheit Kriege auszutragen, um die Welt der Zukunft zu beherrschen.

Der Trick für die Bewerkstelligung der Zeitkriege besteht in der permanenten Anwendung von Zeittunneln unter der Erde, sie führen in verschiedene Zeiten und verschiedene Länder, welche die Bösen (Warden) gleichfalls wie die Guten (Rangers) voranbringt. Z.B. reicht mancher Rücksprung in die Vergangenheit bis zur Steinzeit. Fast jede Zeiteinheit ist durch einen der Kontrahenten dominiert. Völker werden aufgehetzt gegen andere Völker und Menschengruppen, einzig darum in der Zukunft Macht zu besitzen.

Das Instrumentarium mutet gigantisch an. Die Diaglossa, im Ohr befestigte Sprachübersetzer, sind ein recht brauchbares Utensil davon. Die Zeittunnel sind ausschlaggebend. Protagonist Malcolm Lockridge lernt die Aktivitäten der Rangers und Warden kennen, und überwindet am Schluss seine falsche Treue zu den Warden, begibt sich auf die Seite der RANGERS.

Autor DAN SIMMONS, HYPERION,1989, dt. 1997, der Roman offenbart und bewertet Machtfragen und Konflikte. Einmal die brutale und unfassbare Macht des Wesens Shrike, andererseits die Art des Regierens der Präsidentin der Hegemonie oder besser des Imperiums Hegemonie. Interessant, spannend, tolle Fantasie, ein Stil der mir passt. Die Story ist gut. Ihre Lebensgeschichten prägen die Handlung.

Der Roman HYPERION erzählt von den Bestrebungen der Menschheit, dem Bündnis Hegemonie, in den Jahren um 2700 n.Chr. große Teile des erkundeten Weltalls zu besitzen (etwa 200 Planeten) und zu beherrschen. Der Führungsspitze innewohnend ist beißende Aggressivität und Expansion. Gegenstück der Hegemonie, aber genauso aggressiv ist das Volk der Ousters. In großer Entfernung der Hegemonie angesiedelt.

Ousters sind Gen-veränderte Menschen, Menschen der Erde; vor 400 Jahren von der Alten Erde geflohen. Jede aufkommende, ja revoltierende Rasse wurde bisher vom Bündnis Hegemonie vernichtet oder unterdrückt. Die Ousters nicht. Und dieser Fakt entscheidet die Entwicklungen der Menschen. Hyperion hat eine interessante Besonderheit. Auf dem annektierten Planeten gibt es dieses Wesen SHRIKE, eingeschlossen in einem Gebiet - gottähnlich. Die Charakterisierung ist bruchstückhaft, liegt meist im Dunklen. Eine neu gegründete Kirche verehrt diesen "gezackten Tod" sogar und bezahlt Pilgerreisen dorthin. Diese Gottheit verwaltet die Zeit in einem Tal lauter Gräber. Rätselhafte Entitäten. Der überdimensional-große Körper des Shrike ist voller Zacken und Spitzen, die zugleich Waffen sind, und pure Angst entflammen.

Das Wesen ist nicht bestimmbar, wie auch ein Zauberer nicht bestimmbar. Ein unbarmherziges Wesen, das scheinbar grundlos tötet, ist Schutzschild der Zeitgräber, die eigentlich aus der Zukunft stammen, und irgendwann sich füllen und öffnen werden. Seine Dienste würden dem Besitzer unanfechtbare Herrschaft garantieren. Der zweite Handlungsstrang zeigt einen Krieg mit den Ousters, um die Zeitgräber und das Shrike. Die Hegemonie hat reifste Technik, besitzt Farcaster, riesige Portale die ohne Zeitverlust in jede angegliederte Welt führen, damit ist die Aufsicht über Präsidentin Gladstones Welten bedingungslos gegeben, und sie hofft, damit jeden Feind zu schlagen.

Hyperion installierte absichtlich keine Farcaster, damit das Shrike nicht in andere Welten flieht. Die Ousters haben nur Raumschiffe, brauchen mehr Vorbereitungszeit eines Krieges, ihr Nachteil? Ausgleich durch Tausende solcher Raumschiffe. Der dritte Handlungsstrang, der volumenhaltigste an Seiten, betrifft die Wanderung von sieben Pilgern, die von verschiedenen menschlichen Heimatwelten stammen, zum Shrike nach Hyperion. Von der Präsidentin der Hegemonie befohlen, stellt die Reise sozusagen einen Test dar: Kann man das Shrike irgendwie beherrschen? Jeder Pilger hat eigene Wünsche, um sein Leben wieder verträglich zu gestalten und alte Sünden sollen adsorbiert werden.

Zur Überbrückung der Langeweile auf der Fahrt erzählt jeder Pilger aus seiner Lebensgeschichte: Ein Priester (die Begegnung mit den Ureinwohnern Bikura und dem gemordeten Pater Duré), ein Soldat (bezüglich der virtuell-fleischlichen Frau Moneta), ein Konsul (dessen Urgroßmutter Siri auf Hyperion eine Rebellion anzettelte), ein Dichter (der auf Hyperion ein Tausende Seiten-langes Gedicht nach Art und Weise des englischen Dichters John Keat schrieb, ohne ein passendes Ende zu finden), eine Detektivin (die den Tod des Cybrid einer KI klären soll, der eine kultur-bedingte Identifikation des englischen Dichters John Keat hat), ein Gelehrter (dessen Tochter die Merlin'sche Krankheit hat, und immer jünger wird) und ein Tempelritter (der auf Hyperion aus der Gruppe verschwand, dessen Gründe nicht erklärbar waren).

Autor SIMMONS selektiert Einblicke in Beweggründe jeden einzelnen Pilgers an dieser Exkursion teilzunehmen. Wir lesen sechs Geschichten, die erstaunlich, mysteriös, traurig oder einfach fantastisch, sich darbieten. Und immer ist es eine Geschichte voller Schmerzen. SHRIKE wird auch "Gott der Schmerzen" genannt. Ihr Marsch ins Tal des Shrike ist das Ende des Romans, jeder der Pilger rechnet mit seinem Tod. Der Stil versprach mir Entspannung, die auch prompt eintrat.

Mancher Kritiker wirft SIMMONS den Gebrauch zu vieler Klischees vor, aber nach meiner Auffassung ist der Text sehr gut lesbar, abwechslungsreich und spannend geschrieben. Die erzählten sechs Geschichten der Pilger, der Tempelritter war geflohen oder entführt worden, bilden eigentlich die Substanz des Buches wie wechselnde Abenteuerbücher, die aber doch einen Zusammenhang besitzen. SIMMONS schrieb eine Symbiose, die zwischen SF und Horror siedelt, und der Cover ist passend. Zwei Hyperion-Bände mit den "Endymion"-Büchern bilden eine richtige Tetralogie feiner SF.

Dan Simmons schreibt im Vorwort: "Wenn eine intelligente Lebensform der eitlen Versuchung erliegt, sich zum Schöpfer denkender Wesen aufzuschwingen oder eine Brut derartiger Kreaturen neben sich aufkommen zu lassen, geht sie ein verhängnisvolles Risiko ein."

Die Funktion der KI's, aber in gewisser Weise auch der Ousters. Leitthema durch die beiden Romane. [THE FALL OF HYPERION, 1990, von DAN SIMMONS, dt. 1993 bei Heyne. Dies ist die Hart-Cover-TB-Ausgabe 1999 bei Heyne. Ousters starten den Angriff auf die Hegemonie. Krieg. Präsidentin Gladstone der Hegemonie hat zwei Linien, die sie nah verfolgen möchte. Natürlich den Krieg, und andererseits die Begegnungen der Pilger mit dem Shrike. Aus der labilen Verbindung der Hegemonie mit dem TechnoCore (wissenschaftliche Union der KI's der 200 Welten), hofft Gladestone auf Waffen, die den Krieg entscheiden können. Jedoch die Vorhaben des TechnoCore sind ein Geheimnis.

Die unbeugsame Gladstone erkennt: Der Krieg vernichtet die gesamte Menschheit. Und sie ahnt den Beitrag des TechnoCore - die Todesstrahlmaschine. Sämtliche 72 Millionen Farcaster der Hegemonie zerstört sie binnen weniger Sekunden. Dadurch ist das TechnoCore paralysiert. Und wer irgendwo zwischen den Farcaster sich befand, ob Mensch oder Objekt, wie vermutlich das TechnoCore, wurde dadurch vernichtet. Der Krieg ist mattgesetzt. Alle sechs Pilger überleben das Shrike bzw. besiegen es sogar. Pater Duré (Doppelperson mit Pater Hoyt) sagt in einer Rechtfertigung: "Das Shrike ist weder göttlich noch diabolisch, sondern lediglich eine organische Maschine". Also jeder Emotion unfähig.

Der Autor verwirklicht in seinen beiden Romanen die Herangehensweise des englischen Dichters John Keat für den Romanaufbau und verankert dessen Geist in den Figuren Silenius und Severin. Der Autor schrieb mit "Hyperion" und "Der Sturz von Hyperion" eine sehr gute Space Opera. Fortgesetzt durch zwei "Endymion"-Bände. Der Leser findet Spannung noch und noch.

Autor HENRY KUTTNER, dt. 1979 ALLE ZEIT DER WELT. Ein schrecklicher Atomkrieg hat die Erde vernichtet. Überlebende haben in den Venusozeanen Städte mit riesigen Kuppeln errichtet, gerade dort aufgrund des erheblich-extremen Klimas an der Oberfläche. Die Menschheit scheint dennoch dem Untergang geweiht zu sein, denn eine Rasse von "Venusmenschen" ist unsterblich, kann gut tausend Jahre leben, und will den bisherigen Zustand eisern bewahren. Diese Unsterblichen besitzen die Macht. Nichts bringt sie dazu Neuerungen der anderen Rassen zu berücksichtigen. Sie haben Zeit abzuwarten. Die Konservativität führt ein strenges Regime. In ihren Händen ist das Korium, das die Unsterblichkeit auf ewig sichert.
Die Handlung, in einem extremen Verfremdungsstil verfasst, erfordert einen Außenseiter, einen Helden, um Spannung halbwegs zu manifestieren. Sam Harker, Sohn einer langlebigen Familie, er unterstützt Robin Hale, einen Mutanten, der Menschen auf dem Festland ansiedeln will. Die Herausbildung dieser Mutantenrasse garantiert ein Überleben auf lange Sicht an der Oberfläche.

Sie wollen, dass die Menschheit sich normal entwickeln kann, denn unter den Kuppeln stagniert das Leben. Zudem haben sich nun "oben" Pflanzen entwickelt, die Sauerstoff produzieren. Die Atmosphäre wird erträglicher.

Autor HARRY HARRISON, NEW YORKs 1999, in der Riesenstadt herrscht Übervölkerung und damit auch Hunger und Arbeitslosigkeit. Die Alten protestieren wegen zu geringer Rente... es gibt Ersatzmittel für Nahrung... usw. HARRISON beschreibt einen grässlichen Alltag - der heute teilweise in gewissen Großstädten der 2. oder 3. Welt eingetroffen ist, aber sich noch nicht bedrohlich für die ERDE erweist.

1972 warnte der "Club of Rome" tatsächlich zur Lage der Menschheit unter dem Titel "Die Grenzen des Wachstums". Doch schon sechs Jahre zuvor erschien von dem bekannten SF-Autor HARRISON diese ausdrückliche Warnung. Die Futurologie wartet meist mit Zahlen auf, doch Science Fiction setzt ins Bild, sie schafft ein lebendiges Ambiente, sie stellt Menschen in den Mittelpunkt - mit denen man sich identifizieren kann. Die SF macht eine Welt, die es noch nicht gibt schon erlebbar.

Inzwischen gibt es diese Welt längst: In MEXIKO CITY, und CARACAS, in MANILA, NEW DELHI und KALKUTTA. Der Film "JAHR 2022", die überleben wollen kam 1973 auf die Bühnen.

Autor ROBERT SILVERBEG, schrieb 1957 MASTER OF LIFE AND DEATH, dt. 1972. MACHT ÜBER LEBEN UND TOD, die erzählte Geschichte läuft in den USA, der Heimat des Autors, etwa ab dem Jahr 2232. Roy Walton hat den Posten des Direktors von ABEG übernommen. Den alten Direktor hatte man ermordet, Täter war ein Mann der Clique der Herscherlisten. Jene Leute, die, die Sterilisation durchdrücken wollen. ABEG ist das Amt für Bevölkerungsausgleich. Das Amt entscheidet nämlich welcher neu geborene Nachkomme leben darf und welcher nicht, denn die Erde ist mit Übervölkerung belastet.

Die Erde hat 7 Milliarden Menschen, und nur hundertprozentig Gesunden ist das Leben erlaubt, begründet durch die Raumknappheit. In den letzten Monaten wurden 2000 Babys in "Schlafglück", dem Euthanasie-Programm geschickt. Nach einem ersten Schritt, ein krankes Baby zu retten, war Roy die Selektion zuwider. Sein vorheriger Chef hatte deshalb auch schon zwei relevante Projekte angestoßen. Die Forschung nach einem Überlichtantrieb für Raumschiffe.

Und Terraforming der Venus. Roy führt diese begonnenen Pläne weiter. Ersteres gelingt, sie entdecken mit den Raumschiffen im System Prokyon einen passenden Planeten. Die Außerirdischen des Systems bekommen ein Unsterblichkeitsserum versprochen, und zum Ausgleich dürfen Menschen im System siedeln. Ein tiefgehendes Problem auf leichte Art abgehandelt, könnte man sagen. Wohl unterhaltsam, spannend, aber in der Aussage unbedeutend, ja unrealistisch. Der Autor spricht von 7 Milliarden Menschen die im Jahr 2232 leben, er hat die Lage unterschätzt. Im Januar 2006 hatten wir bereits 6,519 Mrd. Menschen. Die Geschichte von R.S. hat die Botschaft: Alles geht gut, und ist zu freundlich konstruiert. R.S. gelingt fast alles.

Die Sache wird eigentlich nur zum Scheinproblem. Es gibt nur Standardwidersprüche. Übrigens spielt das prekäre Ernährungsproblem keine Rolle, welches aber schon heute in Afrikas Ländern als eine Art Teufel existiert. Eine breitere Recherche hätte vieles deutlicher werden lassen.