Thema im Jahr 2009/September - ZEITREISEN.


1995 hatte die ZEITMASCHINE ihr Hundertjähriges Jubiläum. Aus Anlass des 110jährigen Jubiläums im Jahr 2005 hatten diese Bücher das Zeitreisethema ganz nach vorn gestellt und versuchten einen Rückblick zu geben seit Geburt desselben.
Hier werden ZEITMASCHINEN und ZEITREISEN in den Mittelpunkt gestellt. Welcher SF-Leser(in) kennt nicht das Buch die "Die Zeitmaschine" von HERBERT GEORGE WELLS? H.G.WELLS schuf damit ein eigenständiges Subgenre, das sich bis heute großer Beliebtheit in der Science Fiction erfreut.
Betrachtungen des Themas nach Motiven des Essay von Hardy Kettlitz im ALIEN CONTACT Nummer 23 aus dem Jahr 1996 seien hier gestattet. Die folgenden Cover von Büchern verdeutlichen die Vielzahl der Geschichten um Zeitreisen.


Vor H.G.WELLS beschrieben EDWARD BELLAMY und MARK TWAIN in ihren Büchern "Ein Rückblick aus dem Jahre 2000" (1888) bzw. "Ein Yankee an des Königs Arthurs Hof" (1889) Zeitreisen ohne im entferntesten auf technische Details oder umfassende Beschreibungen einzugehen. Im ersten Fall besuchte der Protagonist die Zukunft, im zweiten Buch die Vergangenheit. BELLAMY und TWAIN griffen zu "unwissenschaftlichen" Tricks, um den Helden aus der Gegenwart zu befördern, der eine schlief ins Jahr 2000 und der andere Held erhielt einen Schlag auf den Kopf und war plötzlich angelangt.

Ab 1940 etwa erschienen häufig Zeitreisegeschichten in den USA als Story oder Roman. Zeitreisen an sich sind ein reizvolles Thema, hat der Autor doch die Möglichkeit, verschiedene bekannte Zeitepochen mit einander zu konfrontieren. Konflikte und Spannungsmomente ergeben sich daraus ganz automatisch. Auch ist die Zeitreise für die Ideen-SF ein wunderbarer Stoff. 1942 erschien dt. "Der TWONKY" und 1943 "Gar Elump war der Pluckerwank". Weitere Veröffentlichungen stammen von LEWIS PADGETT alias HENRY KUTTNER "Das Kinderspiel". "Die kleine schwarze Tasche" 1950 von CYRIL M.KORNBLUTH.

Die Autoren experimentierten mit Ideen. Was wird, wenn in der Vergangenheit irgendetwas (Personen, Erfindungen) verändert wird? Diese Frage beantwortet z.B. RAY BRADBURY in "Der Klang des Donners" (Siehe Collection "Die goldenen Äpfel der Sonne", 1990, VuWV, DDR). "Elleander Morning" von JERRY YULSMAN lässt den 2.Weltkrieg ausfallen, weil eine beherzte Frau in die Vergangenheit reist und Adolf Hitler tötet. Autoren schufen die "Zeitpolizei", damit der Ablauf der Zeit so bleibt wie er ewig war. So ISAAC ASIMOV 1955 in "Das Ende der Ewigkeit". Oder auch ROBERT SILVERBERG 1969 in "Zeitpatrouille". Man stieß auf die Paradoxa die entstehen, wenn der Zeitfluss verändert wird. So die Geschichten von ROBERT A.HEINLEIN 1941 oder anders 1959, "Entführung in die Zukunft" und "Im Kreis" (Siehe DIOGENES-Anthologie "Science-Fiction-Geschichten" 1962, 2.Auflage). HEINLEIN demonstriert darin was geschieht, wenn eine Person sich selbst begegnet. Berühmt ist auch sein Roman "Tür in den Sommer", welcher von einem cleveren Geschäftsmann handelt. 1958 behandelt ALFRED BESTER die Zeitreise satirisch in der Collection "Hände weg von Zeitmaschinen". DAVID GERROLD behandelt das Thema 1973 satirisch in "Zeitmaschinen gehen anderes".

MICHAEL MOORCOCK lässt 1969 in "I.N.R.I."den Protagonisten JESU begegnen. Die Helden anderer Autoren treffen auf Könige, Napoleon, Hitler, Caesar, Newton u.a. Schließlich gab es Autoren, die sich über die Zeitreise lustig gemacht haben. So auch STANISLAW LEM in den "Sterntagebüchern" oder DOUGLAS ADAMS 1980 in "Das Restaurant am Ende des Universums".

Andere mögliche Zeitideen popularisierte POUL ANDERSON in seinen Romanen 1965 "Korridore der Zeit", in dem es darum ging Kriege in der Vergangenheit auszutragen um die Zukunft zu verändern. Ein Beispiel dafür, wohin Machtausübung führen kann. POUL ANDERSON schrieb auch "Die Chroniken der Zeitpatrouille", auch hier muss die Zeitpolizei korrigierend eingreifen, damit die Zukunft bleibt wie sie ist. In Deutschlands guten Zeiten gaben WOLFGANG JESCHKE und MICHAEL ARMER, sowie auch GERDA ZSCHOCKE Anthologien mit derartigen Geschichten heraus. HOWARD WALDROP gab 1984 seinen Roman "Ihre Gebeine" heraus und schildert was passieren kann, wenn die Zeitmaschine nicht fehlerfrei arbeitet.

Die angenehme Euphorie gipfelte in Fortsetzungen zu WELLS "Die Zeitmaschine". So von CHRISTOPHER PRIEST 1976 mit "Sir Williams Maschine", MICHAEL MOORCOCK mit der Trilogie "Die Zeitmenagerie", "Das Tiefenland" und "Wo die Gesänge enden". EGON FRIEDELL mit "Die Rückkehr der Zeitmaschine" oder auch STEPHEN BAXTER 1995 mit dem Buch "Zeitschiffe". Letzteres ist eine sehr modern-ansprechende Geschichte.
Nicht zu allen genannten Büchern hatten wir die Cover parat. Wir hoffen das Thema ist interessant genug um wieder eine Fortsetzung zu bringen.


Zuletzt bearbeitet: 22.Oktober 2011.