Wiedergänger.


Thema im Jahr 2009/August - sogenannte Wiedergänger.

Der Begriff WIEDERGÄNGER taucht in der phantastischen Literatur in verschiedenen Bedeutungen auf. So erstens allgemein durch eine Sehnsucht nach Unsterblichkeit (Von der Schöpfung des Lebens an sich aus.) oder zweitens dem Auferstehen nach dem Tode, wenn sich die Bedingungen glücklich fügen. In der Horrorliteratur sind W. nach dem Volksglauben Tote, die als unerlöste Seelen keine Ruhe finden und umgehen, meist zu Mitternacht auf Kirchenhöfen, Wegkreuzungen, am Ort des Todes oder verübten Frevels, der noch ungesühnt blieb. So ist auch der Vampir ein solches Geschöpf. Ein Musterbeispiel dafür ist der berühmte DRACULA, wohl die älteste Bedeutung dieses Begriffes überhaupt.

Eine andere Erklärung des Begriffes W., sozusagen drittens, das geschieht in der modernen Science-Fiction-Literatur. Sie bemüht sich grundsätzlich anderer Zusammenhänge, aber ebenfalls teils mit dem Ausblick auf Unsterblichkeit. Der Vorgang ist gebunden an ein "Scannen" der betreffenden Person, also Seele, Verstand, Charakteristika, Bewusstsein und Körper werden "Maßgenommen" und eine intelligente Maschine fertigt daraus eine Kopie derselben. Das entspricht sogenannten virtuellen Aufzeichnungen, d.h. riesigen Mengen von Daten, die der Anfertigung einer Konserve dienen.
Zum Beispiel werden im Buch "Cybercity" des Australiers GREG EGAN, Kopien von Seele und Verstand bestimmt für ein virtuelles Leben im Computer mit großen Speicher. Heutzutage schon Terra-Speicher. Ebenfalls derart dargestellt das Leben auf der Festplatte in "Deus X", die Sicherstellung von Bewusstseinsinhalten. Und die Wiedererweckung vielleicht nach Termin, nach Termin des Testaments, oder auch gewolltes Weiterleben auf Festplatten. Vielleicht auch warten auf den aktiven im Leben stehenden Klon, der gleichzeitig die Kopie ist? Und das Upload vom Klon auf das Original. Die Kirche hat Probleme damit, da wahrscheinlich die Seele nicht im Scann enthalten ist?

Für den Autor KEN MACLEOD sind Kopien in "Die Mars-Stadt", 1996, so geartet, das ein Lebewesen auch physisch als solches nach exaktem Abbild wiedererstellt werden kann. Von einer intelligenten Humanäquivalentmaschine. Weiterhin stehen als Medien Roboter und Androiden zur Verfügung. Androiden mit biologischem Gehirn stehen nahe zum Cyborg.
"Necroville", 1994 vom Autor IAN MCDONALD geschrieben, bemüht die Nanotechnologie zur Wiederherstellung von Menschen. Die Gesetze von Entropie, Geburt und Tod sind außer Kraft gesetzt. Der Begriff W. wird hierbei nicht für die einstigen Toten benutzt, doch das Resultat ist das gleiche. Sie wurden zum Leben wiedererweckt im Sinne einer medizinischen Aktivität. Sie wohnen allesamt in Ghettos, den Necrovilles, da sie von den Lebenden gemieden werden.
Eng verbunden mit der Sehnsucht nach Unsterblichkeit ist die Eigenschaft "ewig jung zu sein". So geschildert im Buch "Alicia II", 1978 von ROBERT THURSTON geschrieben. Hier müssen junge Menschen sterben damit alte in ihren Körpern weiterleben können. Doch was macht ein Mann, wenn der junge Körper impotent ist?
Auch der Autor RICHARD MORGAN schrieb seit 2004 Romane zu Originalen und deren Klone, letztere sendeten mittels Upload den neuesten Wissens-Stand an das Origal. Eine andere Version von Langlebigkeit. Sicher gibt es noch andere Bücher der Phantastik, die diese Themata ergänzen, bei den Tausenden von SF-Büchern kein Wunder.


Zuletzt bearbeitet: 10.Oktober 2010