2009/Juni - Thema SPACE OPERA / Zustände / Entwicklungen.


{Überarbeitet 10.November 2011 / Text nach Motiven des Lexikons von ALPERS/ FUCHS/ HAHN/ JESCHKE}.
SPACE OPERA - ist das Subgenre der Science Fiction, die beschriebene Raumfahrt in die Weiten des Weltalls schlechthin, die Reise oder Expedition ins Weltall zu anderen Sonnensystemen und Planeten. Die Reise zu Ausserirdischen. Auch der darin enthaltene Erstkontakt. Die wissenschaftliche Expedition. Wie auch neuerdings die formale Touristik-Reise im eigenen Sonnensystem. Welten und Universen in anderer Physik oder Kosmologie. Gestaltwandler, Vampire, Monster, "Bekanntschaften" machen anderer Art.
Zum Thema SPACE OPERA, und dessen Vielfältigkeiten, befinden sich einige Aufsätze zur inhaltlichen Darstellung und neuen Aspekten im Sachbuch "SF-Jahr 2004" des Heyne Verlages München.

Die SPACE OPERA ist das bekannteste Motiv der Science Fiction, und wird auch seit den 1980er Jahren etwa mit neuer Bedeutung wieder verstärkt popularisiert. Die Häufigkeit neuer Romane und Ideen ist alternierend, die Ursachen dazu sind versteckt, deutlich ist nur die Ursache des parallelen Entdeckens neuer physikalischer Phänomene in den Naturwissenschaften. Die SPACE OPERA lebt vor allem in einer Brauchbarkeit pseudowissenschaftlicher Erkenntnisse des Autors. In dieser theoretisch fixierten Weise solcher Texte der SPACE OPERA stecken auch ihre Wurzeln. Sie wird sich in der Entwicklung grundauf kaum ändern, aufgestockt werden aber neue Kenntnisse.

Die Konkurenz zum Buch, der SF-Film, er hat durch seine bildhafte Darstellung andere Möglichkeiten um die phantastische Idee nahe zu bringen. Fest steht die Tatsache, ab 1928 wurde es den SF-Autoren im Sonnensystem zu eng. Einen ersten Ausbruch wagt E E SMITH mit SKYLARK und auch EDMOND HAMILTON mit CAPTAIN FUTURE. HAMILTON bekam auch den Spitznamen "Weltenretter", da er sich hauptsächlich mit Weltraumabenteuern beschäftigte. Den Begriff SPACE OPERA gab es 1928 noch nicht. Den Subgenre-Namen erhielten diese Romane erst in den 40er Jahren von WILSON TUCKER.


Schon immer gab es Bücher der Phantastik. Nur die Bezeichnung solcher Literatur war in den Jahrhunderten unterschiedlich - der Begriff SCIENCE FICTION wurde erst 1929 so gewählt. Einige Erwähnungen von JOHANNES KEPLER an aus Enzyklopädien entnommen, seinen hier noch angeführt.
1634 KEPLER/ Somnium
1638 GODWIN/ Ein Spanier im Mond
1652 DE BERGERAC/ Die Reise zu den Mondstaaten und Sonnenreichen
1835 POE/ Hans Pfaalls Mondfahrt
1865 VERNE/ Von der Erde zum Mond
1925 GAIL/ Der Schuss ins All
1928 HAMILTON/ Erzählungen
1934 WILLIAMSON/ Wächter des Alls



Manchmal mit dem Aushängeschild der Fluchtliteratur (dem Begriff EXODUS) versehen, widmeten die Autoren den Löwenanteil der Space Opera der reinen Unterhaltung. Nach dem ersten Sputnik nahm das Interesse an Weltraumliteratur langsam ab. Jedoch - um die Barriere der maximalen Geschwindigkeit in unserem Universum (die des Lichts) zu brechen, erfanden die Autoren einen Hyperraum oder Raumfalten als Hilfsmittel um in unendliche Weiten des Alls zu gelangen. So überwand man die lästigen Schranken der Geschwindigkeit mittels pseudo-wissenschaftlicher Begriffe. Stabilere Geschichten um Segler und Generationen-Raumschiffe kamen dagegen schon mal von CORDWAINER SMITH und JACK VANCE.

Ende der 70er Jahre des 20.Jahrhunderts erlebte die Space Opera wieder eine kleine Renaissance, wahrscheinlich als Gegengewicht zur NEW WAVE? Die SPACE OPERA hat nun ein stabiles Dasein in der Science Fiction. SPACE OPERA hat derzeit 2010 auch einen Aufschwung, begründet von den Ideen und Ruf neuer Hard-SF-Schreiber. SPACE OPERAs werden gern gelesen. Mit dem 21.Jahrhundert erschienen in der SF und auch im Fach SPACE OPERA ausgefeilte Stilarten, die mitunter ein sehr zähes Lesen erfordern, denn es wimmelt von fremden Ausdrücken und deren Details. Viele Hard-SF-Schreiber kommen aus den Studienfächern der Physik und ihrer Abarten, auch der Kosmologie und noch anderen. Die Wahrscheinlichkeits-Verteilung von Autoren die Sprachen studierten und solchen der der Mathematik, Physik, Informatik, Kosmologie, Astronomie, hat sich in punkto Häufigkeitsauftreten zu letzteren hin entwickelt. Jedoch - nicht nur Germanisten z.B. haben einen guten Sprachstil, auch Physiker besitzen ihn mitunter. Die Taktik des guten Erzählens ist Eigentum des Autors, manche haben dies, mache auch nicht.

Eine andere Sicht auf die Büchergestaltung, mit Cover, Landkarten, und Seitenumfang und dergleichen zeigt, die Ausstattung haben die Verlage im allgemeinen verbessert. Zwei konträre Möglichkeiten werden geboten, das Buch mit Harteinband und Umschlag, und den billigeren Paperback oder das Taschenbuch. Enorm zugeschlagen haben die Autoren bezüglich der Seitenzahlen, wohl aufgrund der Honorare betreffs Wortanzahl? Manches Buch käme besser mit weniger Umfang. Belanglosigkeiten blähen mitunter die Bücher zu sehr auf.



Autoren + Titel ausgewählter SPACE OPERAs im Zeitraum 1963-2011. Real ist diese Branche derartiger Romane mit Über-Mengen abgesättigt. Zwischen hiesiger Liste und abgebildeten Cover besteht kein eindeutiger Zusammenhang.
1963 FRANK HERBERT/ Wüstenplanet-Zyklus
1966 SERGEJ SNEGOW/ Menschen wie Götter
1968 ANNE MCCAFFREY/ Drachenreiter-Zyklus
1969 ARTHUR C CLARKE/ Odyssee-Zyklus
1970 LARRY NIVEN/ Ringwelt
1973 NIVEN + POURNELLE/ Der Splitter im Auge Gottes
1973 ARTHUR C. CLARKE/ Rendezvous mit RAMA
1978 POUL ANDERSON/ Der Avatar
1979 DORIS LESSING/ Shikasta-Archive
1980 DAVID BRIN/ Uplift-Zyklus
1981 BRIAN W. ALDISS/ Helliconia-Zyklus
1991 STEPHEN BAXTER/ Xeelee-Zyklus
1994-2000 GREGORY BENFORD/ CONTACT-ZYKLUS / 6 Romane
1995 VERNOR VINGE / Ein Feuer auf der Tiefe
1996 PETER F. HAMILTON/ Armageddon-Zyklus
2001 JEFFREY A CARVER/ Am Ende der Ewigkeit
2001 POUL ANDERSON/ Weltenwanderer
2001 JOHN CLUTE/ Sternentanz
2002 M.-JOHN HARRISON/ Licht
2002 DAN SIMMONS / Die Hyperion-Gesänge
2003 ALASTAIR REYNOLDS/ Chasm City
2003 VERNOR VINGE / Eine Tiefe am Himmel
2003 CHARLES STROSS/ Singularität
2004 FREDERIK POHL / Die Gateway-Trilogie
2004 ANDREAS BRANDHORST/ Diamant
2005 ANDREAS BRANDHORST/ Metamorph
2005 ADAM ROBERTS/ Sternenstaub
2006 SCOTT WESTERFELD / Weltensturm
2008 ALASTAIR REYNOLDS / Aurora
2008 ARMIN RÖSSLER / Argona
2008 IERRE BORDAGE / Terra Mater
2009 KARSTEN KRUSCHEL /Der Regenplanet
2010 PETER F. HAMILTON /Im Sog der Zeit
2010 PIERRE BORDAGE / Die Sternen-Zidatelle
2011 IAIN BANKS / Die Sphären
2011 SERGEJ LUKIANENKO / Spektrum
u.a.


Zuletzt bearbeitet: 11.November 2011.