PIT VIRUS
kramt neugierig in Tagebüchern die noch auf der Festplatte lümmeln... und Beobachtungen, Erlebnisse, Überlegungen spiegeln... 1998 Monate Januar bis Juni... wird fortgesetzt.
Ein Buchstabensalat für Träume und sonstigen -Innerspace-.

04.1.1998, Sonntag, 7:56 Uhr:
Langsam und doch vehement setzt Erwachen meiner Geisteszustände ein, wie der Klöppelschlag der eisernen Glocke. Aufwachen ist ein Sprung ins Wasser. Doch das Wasser ist heute angenehm, lauwarm und enthärtet, fast daunenweich. Mein Hirn frohlockt, dass es schon wieder Denken kann. Ja darf. DENKEN - das Vergnügen unserer Rasse, - sagte wohl EINSTEIN?
Neue Tagesaufgaben obliegen meiner Bildung. Ein leichter Traum, den ich nicht mehr vollständig verifizieren kann, spukt noch in den Nervensträngen, der Hausgeist meiner Ganglien poltert mit effektreicher Wucht in den Ruinen des gestrigen Gedankengebäudes.
Bin ich nun wach? Die Wertungen >Es ist wahr.< oder >Es ist unwahr.< bekommen noch zwei weitere Zustände dank der modernen FUZZY-LOGIC, nämlich: >Bilde ich es mir nur ein?< und >Es ist wahrscheinlich.<. Sicherlich sind diese vier Einheiten kein mathematisch vollkommenes System - eben eher eine populärwissenschaftliche Wertung eines 53jährigen. Ich müsste betreffs Genauigkeit des Begriffs im Lexikon nachblättern. Doch mir ist's momentan egal, und wahrscheinlich ist, dass ich nun munter bin... ich erblicke die strahlende Sonne...

06.1. 1998, Dienstag, 8:03 Uhr.
Das Environment meines gewöhnlichen Daseins verändert sich kaum in einer Ein-Jahres-Spanne, aber ich verändere mich offenbar sichtlich in ihm. Laufend. Zum Besseren für mich wie ich mutmaße?
Oder - eher zum Schlechteren? Man ist nicht immer rational und objektiv, oder überhaupt nicht mehr objektiv mit 53 Jahren, eher ich-objektiv, im Gewühle mit dem fortwährenden Tanz des Bewusstseins - Walzer oder Rock'n Roll, Bolero oder Twist.
Wir sind voreingenommen, erwarten zu gern das, was WIR wollen. Konträres setzt uns gewaltigen Ärger auf. Durch das bisherige Leben sind wir GEPRÄGT analog den Gegebenheiten, wie sich etwa das Wetter in die Wände eines Gebäudes einkratzt, oder vom Mauergesicht die Graffiti schreien, Säuren der Luft den Mörtel verätzen, und mechanische Schäden von der Wirkung des Menschen zeugen.
So verifizieren geistige Einflüsse - gesprochen, geschrien, gelallt, geschrieben - ihre Schäden am Gebäude der ANSICHTEN eines Menschen. Doch ich bin wohl davon ausgenommen? Man sieht sich gern davor bewahrt. So glaube ich behänd. Bin ich darin allein? Ist das meine Flucht nach vorn?
Wir werden geformt durch das Jahrhundert, durch seine Ereignisse, durch seine Menschen.
Meine Grade des derzeitigen Wohlbefindens klettern mitunter auf himmlische Amplituden, Trotz ist oft eine Waffe - ich bin HAPPY wie ein quietschendes Baby, nimmt man mir nicht die Science-fiction weg. Wie sonst sollte ich diesen Zustand ausdrücken, der vordem nicht erreichbar, und nun im Seniorendasein mir zufliegt; der ein großzügiger Adapter ist für alle meine Vorstellungen und Wünsche.

08.1.1998, Donnerstag, 8:40 Uhr.
Zu dieser Zeit habe ich bereits einen Pott Kaffee in den Händen. Ich bin allein. Gudrun ist in die City gegangen. Einen wahnsinnig riesigen Moment lang, oder auch einen ganzen Vormittag lang, ein fürstliches Vergnügen einfach so zu Computern. Beides verbunden, der Sattel der Erhebung.
08.1.1998, Donnerstag, 18:45 Uhr.
RTL-Nachrichten im Fernsehen: (1) In den USA ist es jetzt gelungen Tiere tief einzufrieren und wieder lebensfähig aufzutauen. So Affen (Paviane) und Hunde. (2) Ein ehrgeiziger amerikanischer Wissenschaftler will Menschenklone erzeugen, er hat sich im Fernsehen dazu bekannt. In den USA noch nicht verboten, in Deutschland ja.
Da kriegt man ja das Kotzen. Menschenklone? Da hat man die Science-fiction wohl zu ernst genommen? Da laufen zum Beispiel von Gudrun noch eine GudrunAlpha und eine GudrunBeta herum. Welche Verträge kommen zum Leben und Auskommen hinzu? Nicht zu glauben, auch nicht zu verkraften?

18.1. 1998, Sonntag, 8:42 Uhr.
Aufgewacht und ich befreie mich ängstlich aus den Schlingententakeln der bizarren Träume, und total munter geworden bin ich froh nur im Bett neben Gudrun zu liegen, nicht im tosenden Fluss mit Tausenden von Lianen, die sich um mich festhaken, damit schöne Sirenen ihre Gesänge in meine Ohren träufeln und Haie mir Fleischfetzen vom Körper reißen, die sofort immer wieder nachwachsen. Horror. Schlechte Träume. "Allzu fette Sülze", - würde Gustav sagen.
Zu zweit, Gudrun und ich, friedlich nebeneinander, Arm in Arm, Kopf an Kopf. Und dann auch mein Kopf auf ihrer Brust, auf dieser irrsinnig profitablen Stelle der Lust und des Sex. Eine innere Vertrautsamkeit, oder gar Verliebtsamkeit vibriert in mir, wie mit 18 Jahren. Die Zeit gebiert nicht nur Chaos, sondern auch Eintracht und Ordnung, insbesondere der Liebenden. Eins in Eins. Wir sind froh uns so zu transformieren. Unsere Charaktere fanden wieder zueinander. Wir erleben Episoden unserer Endlichkeit und Vollkommenheit im Besonderen, aber auch der großen Unendlichkeit und Verlassenheit der Gemeinschaft der Menschen... zwei Byte im wüsten Gewimmel der Gigabytes auf Erden, an alternativen Historien, an Geschichte dieser ERDE, die aufgeschrieben, doch nie vollkommen und schwer verständlich ist in Details und Kontinuität...

19.1. 1998, Montag, 7:51 Uhr.
Meine Gedanken fahren Karussell, ich muss mich wohl noch im Bett anschnallen, um bei einem schauenswerten Looping nicht aus dem Geschirre zu fallen? Es scheint, ich bin kopfunter. Was ist die WENDE? Trunken von Ereignissen statt von Alkohol, gedenke ich ihrer.
STANISLAW LEM sagte einmal nach der politischen Wende in Europa: >Die Tragik des 20.Jahrhunderts lag darin, dass es nicht möglich war, die Theorien von Karl Marx zuerst an Mäusen auszuprobieren.<
Der Satz klingt sehr lustig, doch ist die Realität kantig und hart. Ich bin froh über die Wende. Heutzutage werden vor der glorreichen "Produktion jeder Ware", alle Nebenerscheinungen im Labor getestet. Man kennt dann die Vor-und-Nachteile. Zumindest fast alle Merkmale. Nur Gesellschaftstheorien sind dafür zu "unhandlich", zu groß, sie nehmen Zeit in Anspruch, nebenbei bemerkt sind sie wohl auch keine Ware. Sie werden nicht importiert oder exportiert?

24.1. 1998, Samstag, 7:10 Uhr.
Gedanken: PHILIP JOSÉ FARMER beschreibt den Gott des "Schreibens", der Mathematik und der Musik, als Gott TOSHKOUNIS im dritten Band "Die Welt der Tausend Ebenen/Lord der Sterne" und ich bin riesig froh zu erfahren, dass es nun einen solchen gibt. Dieser Gott wohnt im Tempel KOTCHULTI der Pyramidenstadt TALANAC.
Bei meinen spartanischen Versuchen das Schreiben in gute Form zu bringen, brauche ich sicherlich noch manche gute Nachhilfestunde bei IHM, die mir dieser Gott TOSHKOUNIS wohl altruistisch vermittelt? Hoffnungsvoll schaue ich in diese Welt. Ich sollte ohne Rücksicht drauflos schreiben, Seite für Seite, Hefter für Hefter, um im schlimmsten Fall der Entwicklung einen Genickbruch zu riskieren? Das wären zum Beispiel Papierknappheit oder Computerabstürze. Ich weiß nicht, sollte man geradeheraus... Vielleicht? Doch was sollte eigentlich schief gehen... jede Pflanze wächst ...

07.2. 1998, Sonntag, 7:07 Uhr.
Genau zu dieser Minute generierte sich mein "System", ein Bündel grober und auch subtiler stattlicher Nerven und ihre Befehlsgewalt, derweil Gudrun daneben lag, sich im tiefsten ergötzlichen Schlaf wog.
Das "System", eine derzeit ausgewachsene Form meines täglichen Seins, hat an oberster Stelle der Checkliste die Tätigkeit "Computern" vermerkt. Und die Gedanken der SF summen schon wie die stechenden Wespen oder großen Hornissen. Das Stichwort LITERATUR erobert meine Sinne schnell wie galoppierende angreifende Kavallerie die feindliche Bastion. Ein "Husarenregiment" von exzellenten Gedanken. Die alten Schriftsteller, wie EDGAR ALLAN POE oder NATHANIEL HAWTHORNE, oder auch den Deutschen HANNS HEINZ EWERS, sie sollte ich eigentlich wieder lesen. Das Gedankengut der Alten aufzustöbern muss doch ebenso viel Lust entfachen, wie neue Überlegungen in den Seiten 1997er oder 1998er Bücher? Es ist unsere Pflicht die Alten nicht zu vergessen. BRAM STOKERS "Dracula" drang mir zwar monoton in meine Kammern, aber es gibt ihrer ja viele. Ein Versuch ist es wert. Ohne dem kritischen "Warentest" geht nichts...

8.2. 1998, Sonntag, 4:03 Uhr.
Ausgeruht, die Partikelsammlung meines ICH'S in passabler Verfassung, fein geschniegelt und gesprayt mit Duftwässerchen, als ob ich einen Empfang für PERRY RHODAN und CLAUDIA SCHIFFER geben will, setze ich mich an den "Sekretär".
Doch Literaturgestalten und Models sind meist verbannt in die Bücher oder Film- und Werbesequenzen. Models sind empfindlich, spröde, und - fast nur bringen aufregende Textilien sie zum hochaufblickenden Leben vor unser Gesicht, sonst flüchten sie in die Anonymität. Ein PERRY RHODAN dagegen, nimmt wohl die Öffentlichkeit als normalen Status. Er lebt von der Macht, mit der Technik.
Ein milchiger Kaffee benetzt meine Speiseröhre und gibt mir das Empfinden wirklich menschlich zu sein, bei all den Erinnerungen auf wildes Fleisch ein starker Kontrast. Trotz Unmengen von Aliens und seltenen "Konstruktionen" die schon an meinem Auge vorüberzogen. Aliens faszinieren mich, sind sie nicht zu brutal. Ob Roman, Erzählung, Film - ganz egal. Noch habe ich keine Erfahrung mit dem JETZT.

13.2. 1998, Freitag, 5:15 Uhr.
Gott hat es geschafft, dass ich an ihn glaube. Weniger aus religiösen Anschauungen heraus, nicht aus kirchlichem Gehabe, sondern seiner Rolle als SCHÖPFER halber, als echten Weltenschöpfer. Nämlich, der Zufall, als Moment der Entstehung der Welten, derartig in bedeutenden wissenschaftlichen Werken publiziert, erscheint mir zu primitiv und billig. Diese Erklärung hinkt.
Ich sehe GOTT als Macher der Physik und ihrer Wirkung auf der ERDE. Oder auch: Wie sollten Tausende Bedingungen für die Entstehung des Lebens in einem Moment ohne Steuerung Wirklichkeit werden können? Also - nur durch EINEN Willen. Eine Frage unserer Köpfe, gänzlich ohne Beweise. Auch das ist eine Glaubensfrage.
Über mein halbes Menschenleben lang erfolgte die sukzessive Approximation meines Denkens an Dinge deren Erscheinen an Wunder erinnert. Und ich glaube, die Daseinsform meines JETZT, ist die endgültige Wahrheit. Auch in der Wahrheit gibt es Parallelwelten. Uns obliegt es ein kleines Fenster dieser Variationen zu kennen und zu nutzen. Mehr gibt es nicht. Ein Deja-vu-Erlebnis, was sonst noch? Entwicklung kam nach dem "Apfel" und veränderte alles Sein des Menschen. Gott verfolgt damit einen Plan, ja, der Plan reicht bis in die Zukunft. Die Wissenschaften sind eine Folge seines Wirkens... ich bringe dies locker überein mit DITMAR von HERFURTH oder auch FRANK J TIPLER - deren Bücher öffnen Denkbarrieren. Das ist kein Spleen, das ist unsere Welt. Und trotzdem mag ich SF mehr als Fantasy.

18.2. 1998, Mittwoch, 7:12 Uhr.
Heute, später aufgewacht. Sehr gut. Ich mache schon Fortschritte. Vielleicht sprechen die Trolle, Geister und Dämonen ihr Esperanto nicht mehr in den frühzeitigen nächtlichen Stunden. Oder sie artikulieren wohl vernünftig schwächer? Oder ihr Universum der Störungswut hat einen passablen Gravitationskollaps erlitten? Sie dienen dem "Leben" wie die Häscher dem König oder Fürsten. Oder ich muss all dies anders interpretieren? Sie treiben mich an. Dies als Möglichkeit, dem Schreiben näher zu sein? Fakt ist, dass ich in den Jahren letzter Zeit bedeutend mehr schuf an Geschriebenem für mich, als vordem in vielleicht gleicher Zeitspanne. Trotzdem bescheiden, und zehnmal korrigiert. Wo liegt nun die Wahrheit? Oder - was ist mir angenehmer? Zeitig aufwachen und schreiben oder später aufstehen und... ?
18:2. 1998, Mittwoch, 10:30 Uhr.
Ein ganz Großer der Literatur, der LEM, er schrieb stets ab Fünf in der Frühe, steht zumindest in der Autobiographie "Das hohe Schloss". Doch er verdiente sich damit auch Ruhm und Lebensunterhalt.

27.2. 1998, Freitag, 21:15 Uhr.
Hinein in die zweite Lesestunde, hinein ins Bett. Eine mordsmäßige Auswahl an Büchern. Heute: OLEKSANDR TESLENKO "Planet der Träume". Phantastische Erzählungen aus der 1989er DDR-Zeit. Noch vor der Wende geschaffen und ein bisschen behaftet mit Perestroika. Schwermut und seltsam fremde Begriffe, wie ich meine, typisch russische Substantivierungen ziehen sich durch die Geschichten. Auch gekünstelte Darstellungen. OLEKSANDR TESLENKO ist von Haus aus Mediziner, hat "umgesattelt" zum Schriftsteller.

01.3. 1998, Sonntag, 7:28 Uhr.
Mein Lebens-Dynamo lief schleppend an, als zöge ich Tausende grauer Lkws mit Gedankenkraft hinter mir, eben telekinetisch, und ich verlöre bergauf wieder einen nach den anderen.
>Philosophie, wie ich sie bisher verstanden habe, ist das freiwillige Leben im Eis und Hochgebirge - das Aufsuchen alles Fremden und Fragwürdigen im Dasein, alles dessen, was durch die Moral bisher in Bann getan war<, - dieser profitable Satz passt annähernd für neues Denken, Nachdenken über das schwierige Leben eines "Verstehenden", und gibt unsäglich viel Kraft, gibt approximierende Fassungen. Lorbeer gehört jedoch dem, der auch schriftlich darüber die Natur und Leben schmückt.
Von Berufs wegen könnte der Satz dem Mund eines Bergsteigers entsprungen sein, einem MESSMER oder LOIS TRENKER - oder? Kann dieser Satz nicht ebenso von einem Nichtsportler, einem "banal" Denkenden gesprochen worden sein? Als Synonym? Einem, der durch Denken an die "Unsterblichkeit der Dinge" nahe herangekommen ist? Herangekommen ist im durchmessenen Gedankengut. Im Zusammenhang mit den Wundern des Lebens. Hier ist die Schneise auf schmalstem Grade zusammengepfercht. Und er hat nicht das Jota eines Beweises... Gefunden zu haben das Fremde und Fragwürdige, es geschaut oder erlebt, es erkannt als solches, doch das allein genügt schon um Einsichten zu zeugen. Stille Gedanken. Unmöglichkeiten der irdischen Physik vor Augen und gesprochene Lehrsätze vor Ohren zu haben, sogenannte Wunder, dies verführt an Höheres zu glauben. Unmöglichkeiten in Lebensabläufen, groteske Zusammenhänge von Ursache und Wirkung. Wohlgemerkt: Ich meine nicht die "Wunder" eines Illusionisten DAVID COPPERFIELD...
01.3. 1998, Sonntag, 9:10 Uhr.
Mir fällt auf: Fasching 1998 ist an uns vorübergegangen wie etwas Langweiliges, etwas das man nicht beachten muss? Wir haben uns nicht hineingeworfen. Nur das Faschingsfernsehen haben wir uns zugeführt. Vielleicht oder sicher sind wir tatsächlich träge Lebenshascher, die daheim herumsitzen, ihren Hobbys frönen als dem einzig Begehrenswerten, aber kaum in die Öffentlichkeit marschieren um sich auszutoben. Wir sind ein SSBS - ein Sich-Selbst-Beschäftigendes-System. Ein bisschen könnten wir aber zulegen... sonst sind wir Sechzig oder Siebzig und verstehen die Welt überhaupt nicht mehr... oder gerade doch? Kann Wissen über SF gut für die Zukunft sein?

02.3. 1998, Montag, 5:52 Uhr.
Du wirst gemerkt haben, ich bin Frühaufsteher. Zwangsweise. Die Teufel des Morgens versetzen mich im Handumdrehen in diesen Wachzustand.
Fünfuhrzweiundfünfzig, mein Verstand quält sich mit fatal-intimen Tätigkeiten - "Weiterschlafen" oder "Aufstehen"? Ich stehe schließlich auf. Ein Pessimist, oder noch passender, ein Choleriker, würde den Nihilisten betreffs solcher Handlung wahrscheinlich lynchen? Aber ganz im Gegenteil zu diesen möchte ich Optimist sein. Ich bemühe mich, quetsche den Körper unter den Wasserstrahl und zelebriere einen heißen Kaffee.
02.3. 1998, Montag, 21:50 Uhr.
Bettgang - d.h. ich gehe ins Bett lesen. "Planet der Träume" von OLEKSANDR TESLENKO. Je mehr Geschichten ich daraus lese, um so besser gefällt mir das Buch. Zwischendurch las ich auch anderes. Chaos. Nichts ist geordnet.
Nach der Wende, knapp 10 Jahre vergangen, sind die Ideen der Texte noch gut, höchstens mancher Ausdruck oder manches Klischee ist schon veraltet und besitzt nicht mehr die knackige Aktualität.
Trotz spannender Lektüre sinke ich alternierend in Halbschlaf und vernehme darin fremde Worte, aus dem Nichts, die meinen noch vorhandenen Gedanken des Unterbewusstseins Richtungen weisen und Themen bestimmen. Eventuell sind auch dies eigene Gedanken, nicht fremde? Im Schlafsein sind diese Ideenworte anderer Natur als im Wachsein. Ein Phänomen des Medienstatus? Der Parallelwelten? Sie provozieren Traumblasen, die sich im echten Schlaf zu vollständigen Träumen entwickeln, gerade als ob mein Hirn eine Zwei-Partition-Maschine wäre. Differente Anomalien in jeder, aber verschiedene Qualitäten. Ein Prozess himmlischen Trainings? Oder einfach natürlich?

06.3. 1998, Freitag, 7:31 Uhr.
Mir ist, als hätte ich soeben noch Fernschach gespielt, simultan - oder Ähnliches - mit irgendwelchen urigen Gevattern der Nacht, vielleicht den ACHTHEITEN aus "Die Stadt der Klage" von MICHAEL MARRAK. Innerhalb virtueller Grenzen dieses unendlichen Universums der Wortspiele die Tätigkeit CHATTEN ausprobiert, doch vorrangig Handgriffe der König-und-Turm-Brüder-Gesellschaft geübt, einem Lebensspiel, das auch in anderer Form als hier benutzt, Ausdruck des Buches "Azad" von IAIN BANKS ist, dabei bleibe ich. Einem fragilen Austausch von Worten und Ideen vergleichbar, nicht verwandt dem natürlichen Mann-Mann-Gespräch, eher einem Pro und Kontra, aber heute früh nur durch die "Röhre des Bewusstseins der Nacht". Einem Wurmloch der Kommunikation, das mit dem Erwachen in seinem vollkommenen Verständnis der sofortigen Vergessenheit anheim fiel. Noch liege ich im Bett. Kaum ein physisches Bewegen von Dingen, nur Ausstoßen von Wortfetzen... vielleicht sitzen auch ALIENS am entgegengesetzten Ende der Leitung, da vieles unverständlich für mich verläuft. Wir spielen völlig abgeschirmt, kennen nicht unser Gegenüber, sehen nur reliefartige Bilder, Schemen. Träume sind getarnte Konstruktionen der Wirklichkeit der OBEREN, sie sagen uns Dinge voraus, doch wir haben dafür kein intelligentes Feeling. Wir schulen darin nicht unser Hirn, zu abstrakt sind die Gespinste, auch da die öffentliche Meinung dies als Geisterzeug abtut. Als Lug und Trug, als unwahres, ja auch unverständliches Zeug ohne Sinn. Dabei sind WIR den Marionettenhaltern nur zu klar verständlich. Sie kennen jede unserer Fasern, Gedanken, Wünsche. Und es gibt Anfänge des Verständnisses dazu auch auf unserer Seite... Belächelte Anfänge. Traumdeutungen.
Die GEGENÜBER des nachts haben eventuell die Anregungen, die Antworten auf Fragen, die Ideen und Muster... eine schmale Brücke beidseitiger Cleverness...

13.3. 1998, Freitag, 5:03 Uhr.
Das Wiedereinschlafen gelang mir wie eine versuchte "Quadratur des Kreises". Eben überhaupt nicht. Wie auch sollte einen zum Ausgemusterten gewordenen Studierten die Lösung eines derartigen mathematischen Problems gelingen? Sowie gerade dieses? Jedoch ich habe die Science-fiction, eine Assimilation der Philosophie des Lebens, ein Gebiet aller Anwendungen, die Monströsität des Unwahrscheinlichen... eventuell kann ich sie in ein Garn des autogenen Trainings einbinden und komme so zu Schlaf morgens um Fünf?

15.3. bis 19.5.1998 - diese Berichtstage sind leider verloren gegangen, da ein grober Fehler in der Kommunikation mit dem Computer mittels unserer menschlichen Existenz nicht behoben werden konnte - COMPUTERCRASH.

21.5. 1998, Donnerstag, Himmelfahrt, 5:25 Uhr.
Welch ein furchtbares Dilemma - wieder bin ich munter. Verrückt zeitig. Doch immerhin graduiert sich Freude. Vögel zwitschern ihren trillernden Gesang des Morgens zwischen den grünen Blättern eines beginnenden Sommers; Gesang, der in dieser frühen Lautlosigkeit deutlich zu hören ist wie auch ein Sopran in der steinernen Stille der Oper. Vögel: Die fliegenden grauen und bunten Dinosaurier aus der untertänigen Sicht der Würmer.
Sie singen ganz aus dem Stehgreif. Wirklich? Gelernt ist eben gelernt. Genauer gesagt: Angeboren. Instinkt. Wirklich genau? Vielleicht haben Vögel auch Tagesriten vortrefflicher Fitness und Übung? Wiederholungen zu bestimmten Zeiten, zu bestimmten Klima, zu prägnanten Ereignissen aus einem biologischen Chip? Phantastisches Gehabe? Ein Ornithologe ist darin eventuell schlauer?
Die Analogie: Mehr Phantasie in das Leben. Menschen ersticken in standardisierten Meinungen, in Schienen langweiliger Gleichmut, und den plausiblen Wissenschaften und haben allgemein nichts für prickelnde Phantasie oder Fantasy übrig. Mehr Flexibilität ist gefordert, Bewegung, Vielfalt, und darin Reichtum. Attraktiv ist sie allemal. Was ist Wirklichkeit und was ist nur Annahme?, - kann ergänzt werden um: Was ist möglich? Nur wenige sind darunter mit Interesse an wirklicher Fantasy.
Überlegungen sollten schon rational sein, mit Hand und Fuß, meinen viele. Ein Prozentsatz Unsicherheit ist nicht seriös. Allgemein verstehen sie unter Fantasy nur groteske Spinnerei? Harter Blödsinn. Etwas für Verrückte? Nein. - Phantasie ist mehr. Sie gebiert wirbelnde Kreativität. Ob für die Künste oder das Management - egal. Phantasie ist ein "Stoff", aus dem alles quellen kann, nicht zuletzt Jobs...
21.5. 1998, Donnerstag, 20:12 Uhr.
Rückblick: Der Teufel war hinkend, stinkend und blitzend in die Rechnung meines Wollens gefahren, viel Arbeit war plötzlich durch den Computerabsturz verloren gegangen. Wohl auch dies ließ mich den heutigen Tag, Herrentag, ohne dergleichen übliche Orgien feiern. Zu Staub des Universums zerronnen sind bildlich viele Seiten des 1998er Tagebuches. In Wirklichkeit wart nur Information gelöscht, Platz entmagnetisiert. Keinerlei Müll. Völlig umweltfreundlich.
Fazit: Man muss also bereit sein im Leben, dass soeben gearbeitete Tageswerk in den PAPIERKORB zu schmeißen, wieder aus dem Nichts sich empor zu klimmen, oder zumindest fast aus dem Nichts wiederholt beginnen können? Auch mehrmals. Das heißt eigentlich "Überleben". Die Gesellschaft bereichern. Mit Katastrophen muss man rechnen. Das sind Prüfungen des Lebens.
Die 4 Kartenspieler aus "Poker um die Zukunft" von CLIFFORD D SIMAK, sind wohl synonyme Götter, Weltherren, Weltenlenker, die scheinbar nebenbei zum Kartenspiel alles bestimmen und nicht nur hauptsächlich. Hauptsächlich ist das SPIEL. Oder ist das Kartenspiel, das gewisse bestimmte reelle "Verfahren" die Welten zu lenken? Das Geschick der ERDE ein Spiel? Wir klammern uns an ihre Gestalt, als wären es unumstürzlerische Wahrheiten. Doch die Weltenlenker haben vielerlei verwaschene Umrisse in der Literatur. Viele Parallelen. Viele Analoga.

24.5. 1998, Sonntag, 5:36 Uhr.
Endgültig aufgestanden. Gestern Nacht las ich im Buch "Ox" von PIERS ANTHONY, übrigens ein sehr intellektuelles Buch, und dabei formte sich die Frage: "Brauchen wir Gegnerschaft um selbst zu gedeihen?"
Den ersten Anschein nach, möchte ich die Frage verneinen? Gegnerschaft frisst Kräfte auf. Gegnerschaft verschleißt unnötig Zeit. Gegnerschaft teilt die Macht. Doch jetzt erscheint das große ABER... alles in der Natur ist darauf angelegt eine Gegnerschaft zu provozieren. Harmonie ist in der Tierwelt nicht definiert. Der Große frisst den Kleinen. Wir Menschen haben auch Gegner. Privat. Im Beruf. Im Haus. Im Club. Charaktere sind uns angenehm oder auch widerlich. Wir erziehen und haben Gegner.
Doch Barrieren hemmen uns so nicht, sie werden vehement gestürmt. Unsere Meinung gilt. Oder wir gehen unter. Das ist der Drang der Menschen nach Macht. Insofern brauchen, erzeugen und haben wir Gegnerschaft. Sie fordert uns. Sie generiert unsere Kräfte. Wir werden dadurch stärker. Es ist das alte Problem der Lösung von Widersprüchen. Barrieren stählen uns. Einer ist der Stärkere. Nur einer kann der Beste sein. Konkurrenz belebt das Geschäft.
Wahrscheinlich ist auch Problemlosigkeit der banale Vorreiter der Degeneration? Schafft vorzeitiges Altern. Das Erschlaffen der Neugier ist Rückschritt. Pensionäre wissen im Privatleben oft nichts mit sich anzufangen. Im gewissen Maß trifft dies auf alle Menschen zu. Zudem ist dies sicher zu extrapolieren auf den Umfang ganzer Zivilisationen. Auf sehr alte Zivilisationen. Doch wir kennen noch keine... die Menschheit hat erst 2ooo Jahre das Technikstadium. Doch die Theorie geht dahin... und angefangen hat es mit einer Frage nach "Gegnerschaft"?

25.5. 1998, Montag, 6:07 Uhr.
Aufgewacht. Gelebte Träume, Gedanken: Geburt, Leben und Tod sind Zustände des Daseins, und doch auch darin höchst trennende Kategorien. Sie vereinigen, beenden oder beginnen irgendeinen Abschnitt. Sie beginnen stets etwas. Auch der Tod hat einen Beginn. Doch nur Leben ist von uns im Archiv belegt. Der Tod entbehrt unserer Erfahrung, wie auch die Perioden vor der Geburt. Beide getrennt durch die Phase der Bewusstheit. Der Lichtstrahl der Existenz beleuchtet nur das bewusste Leben. Unsere anderen Energieformen (Haben wir welche?) sind unbekannt. Doch diese Ära umfasst genug Zeit um unseren persönlichen Charakter zu offenbaren... wir sind folglich archiviert mittels verschiedener Medien... und schließlich am Ende: Wir haben gelebt. Die Unergründlichkeit solcher Dinge schützt uns vielleicht vor dem Wahnsinn, nach dem Motto: >Was man nicht weiß, macht uns nicht heiß!<. Wir leben die unzähligen Jahre vor der Geburt oder nach dem Tod unbewusst? Oder kommen wir aus und stürzen in Parallelwelten des Tiefschlafs? Wir werden eventuell nach einem gelebten Leben mit anschließenden Tod auch wiedergeboren? Vorstellungen der Menschen gehen tief in die Substanz. Es ist nicht alles vorstellbar, wohl aber denkbar. Aber GOTT, so sagt die Kirche, garantiert ein Leben nach dem Tod. Da warf einer die Frage auf: Werden wir also im gewissen Sinn lebendig begraben? Werden wir doch wiedererweckt?
25.5. 1998, Montag, 6:09 Uhr.
Endlich aufgestanden. Gnome, Butzen, Trolle haben mich aus dem Schlaf zurückgeholt oder waren es auch einfach nur innere chemische Zustände, die irgendein Enzym monopolisierten im Verbund der Tausenden Enzyme, die mein Bewusstsein sonst aktivieren wie einen pulsierenden Dynamo und derben Lebensstrom in die Ganglien freisetzen für ein Aufwachen des Hirns. Ich bin wieder da. Ich habe mich vom Bett erhoben. Im Bad befreie ich mich von den sieben dichten Häuten der Nacht, den Gespinsten der Nachtschlieren und Vampire, der Dämonen und Engel, um den Tag, an die eigentliche Haut heran zu lassen. Fröhlichkeit erwacht oder wird geschickt von den Elfen des Lichts. Keine Erklärung dazu ist "wasserdicht". Jeder fühlt, denkt oder nimmt an, was er will? Außer Wenigen, die schon Erfahrung darin schlürften... jene, welche die Doktrin des Lebens in Mikromaßen zu spüren bekamen, nach Operationen oder Scheintod, wahrscheinlich davon ein jeder in einer anderen Nuance... es gibt tatsächlich eine spürbare Wirkung... so meine ich.
25.5. 1998, Montag, 21:18 Uhr.
Lesen. "Der Monitor im Orbit" von MICHAEL CONEY, dies Buch begeistert mich nicht, ist fade, monoton. Das Buch reißt mich nicht auf. EX. Danach habe ich begonnen: "Die Welt der zwei Monde" von EDMUND COOPER. Dies Buch ist viel aufreizender. Ich kenne den Autor bereits aus anderen Büchern seiner Galerie. Bei ihm steckt stets ein Paket spekulative Philosophie im Hintergrund. Provokantes, Nicht-normales, eben Phantasie...

07.6. 1998, Sonntag, 21:30 Uhr.
Schlafkammer, lesen. Die Lust auf aktiv-spannende Zeilen gräbt an meiner Konfiguration aus Zellen, Organen und Schläuchen, auch an dem Sammelsurium aller Gefühle. "Hyperion", ein klassisch aufgebauter Roman, nach theoretischen Schreibkonzepten aus dem 16.Jahrhundert. Der Stoff jedoch ist Zukunft. Die Pilgerreise von 7 Menschen per Raumschiff zum SHRIKE-Tempel auf HYPERION. Und die Pilger erzählen sich zur Überbrückung der Zeit an der Speisetafel ihre Lebensgeschichten, die allesamt mit HYPERION verbunden sind.

08.6. 1998, Montag, 5:23 Uhr.
Nach unendlicher Ruhe der Nacht. Ohne Träume. Ohne angstmachende Träume. Ganz beseelt von der nun kommenden Aufgabe: Notizen. Die Engel und Teufel haben mich verschont. Frische Luft strömt durch die natürlichen großen Öffnungen der Wohnung. Mir ist, als ob durch das Schlafzimmerfenster Temperaturen einer um mindestens zehn Grad kühleren Jahreszeit flirren, als durch das Wohnstubenfenster. Zugleich also die Realität von Frühling und Sommer? Wo ist dann der Winter, der Herbst? Portale zu verschiedenen irdischen Jahreszeiten? In meiner Wohnung? Die lädierte Enzyklopädie in meinem Kopf gibt darüber nicht Auskunft. Mein Etablissement, ein Portal zu verschiedenen Jahreszeiten? Mir wird wohl vor so viel Phantastik in der Realität.
08.6. 1998, Montag, 6.27 Uhr.
>Nichtstun ist besser, als mit aller Mühe nichts schaffen.<
Spruch von LAOTSE. Das macht mich tot und alle. Ein Spruch aus dem Horoskopkalender. Meine Selbstkritik: Da sollte ich also lieber Däumchen drehen? Fernsehen? Die City belauern? Kringel in die Luft blasen?
08.6. 1998, Montag, 21:20 Uhr.
Lesen: "Hyperion" auf Seite 320. DAN SIMMONS philosophiert: >Dichter sind die närrischen Hebammen der Wirklichkeit. Sie sehen nicht was ist oder was sein kann, sondern was werden muss.< Dieser Satz passt haarklein in meinen Kram der Science-fiction.

10.6. 1998, Mittwoch, 6:12 Uhr.
Keinerlei Träume hatten die Burg belagert, dabei bauen sie das Ego auf, ich bin leer wie ein ausgeschüttetes Fass Kognak. Verbraucht, vielleicht gealtert? Nach 53 Jahren? Üble Blamage. Im Minimum einer Sinuswelle und gesetzmäßig geht es demnach auch wieder in die Höhe? Gut. Bestens. Meine Beruhigung. Aber wann? Erinnerungen kommen wie fisplige Gespenster herauf. Sind andererseits wie ein bescheidenes Enchiridon, eben ein malerisches Handbuch oder kleines Lehrbuch, das immer zur Hand liegt und manchmal auch Rat spendet. Und darin steht auch, das Träume nicht an Kohärenz von Nacht zu Nacht gebunden sind. Sie sind einfach da. Wann sie wollen. Als Zuschlag sagt der Fatalist: Sie sind bestimmend!, - aber auf alle Fälle willkürlich erzeugt von den Teufeln, Dämonen, Butzen, Trollen und Engeln, und wie sie alle sonst noch heißen mögen? Gestalten der Nacht aus Mythologien und Sagen. Am wenigsten stammen wohl Träume von Engeln? Die guten, angenehmen Träume. Engeln gut ins "Auge zu fallen" bedeutet unsägliches Glück, und ist eine vollkommene, aber rare Erfahrung.
10.6. 1998, Mittwoch, 7:26 Uhr.
Aufgestanden. Der Waschlappen fährt schlapp durch das Gesicht. Ich entdecke Falten wo bislang keine waren, kleine niedliche Einschnitte um die Augen, weniger am Kinn, ich bilde mir ein, Rasieren glättet alles wieder neu? Schneide ich winzige Hügelchen einfach ab, glätte ich durch Wegschaben? Passable Methode. Oder ist es ein Bügeleisen-Effekt durch das Rasierwasser? Das Gesicht ist nun glatt wie ein Kinder-Popo.

15.6. 1998, Montag, 5:30 Uhr.
Gedanken gehen Wege durch Schluchten und Täler, wie die Tiere des Waldes. Doch haben sie Tieren etwas voraus - ja sie sind oft strukturiert und definiert durch Intelligenz, stechen oft heraus aus einem simplen Blabla, sie sind zivilisiert. Sie transportieren Informationen und schreiben dem Besitzer Wissen zu. Sie finden den gepflasterten Pfad vom Rechenwerk zur Hand. Und wieder Auswertung im Kopf. Wie auf Datenautobahnen des INTERNET. Nur gibt es dort mehr intelligente Empfänger. Letztendlich konstruieren sie, bauen, schreiben, rechnen, sie wandeln die Materie in profitable Strukturen, aus einem Stück Erde wird derart ein COMPUTER.

18.6. 1998, Donnerstag, 5:47 Uhr.
Bereits die Augen offen war mir, als ob ich einen LAMBORGHINI durch schmale Schluchten und Felswände steuerte, oder einen MAYBACH, oder eine sonstige Nobelkarosse, und dass ich nur schwerlich den Hindernissen ausweichen konnte. Eventuell auch einen HORCH? Mir war, als besäße ich Geld in Hülle und Fülle. Ich war ein anderer Mensch. Und neben mir saß ein junges Mädchen vom Typ Blondchen Marylin Monroe und sie lächelte vielversprechend mit offenem Dekolleté, das jede Möglichkeit von zukünftigen Erlebnissen andeutete...

21.6. 1998, Sonntag, 5:33 Uhr.
Aufgewacht. Die Computernähe ist meine Fliehburg, synonym für fast alles, das dem Hobby meine geheimsten Träume entgegentreibt. Fliehburg - einst sichere mittelalterliche Zufluchtstätte, heute Arbeitsort für Wütige, die, die neue Technik einsetzen wollen zur Zerstreuung. Zu einer intellektuellen Herausforderung. Nichts wie hinaus aus dem Schlafzimmer an MAX den Computer...


MSTe 1998

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Zuletzt bearbeitet: 2.3.2001